Kurzantwort: Die KI-Schulungspflicht aus Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689 gilt seit dem 2. Februar 2025 fuer alle Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln oder einsetzen. Das trifft praktisch jeden Betrieb, der ChatGPT, Microsoft 365 Copilot, DeepL oder vergleichbare Tools nutzt. Wer bis zum 02.08.2026 keinen dokumentierten Schulungsnachweis hat, riskiert Bussgelder bis 15 Mio EUR oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes (Art. 99). Empfehlung: AKAD Mini-Zertifikatskurs (99 EUR pro Person) fuer KMU, Haufe Akademie fuer regulierte Branchen.
- Rechtsgrundlage: Verordnung (EU) 2024/1689 vom 13.06.2024, Art. 4 (KI-Kompetenz) und Art. 99 (Sanktionen)
- Pflicht-Start: 02.02.2025 (Schulungspflicht), 02.08.2026 (Sanktionen voll durchsetzbar)
- Bussgeld-Maximum: Bis 35 Mio EUR oder 7 Prozent Jahresumsatz (Art. 99 Abs. 3-5)
- Wer ist betroffen: Jeder Provider und Deployer von KI-Systemen, unabhaengig von Groesse
- Best-Buy KMU: AKAD Mini-Zertifikatskurs (99 EUR) oder SVG-Akademie (149 EUR), beide online + Zertifikat
Die wichtigsten Fakten zum EU AI Act Art. 4
Die KI-Verordnung der Europaeischen Union (offiziell: Verordnung (EU) 2024/1689) wurde am 13. Juni 2024 verabschiedet und trat am 1. August 2024 in Kraft. Sie ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Kuenstlicher Intelligenz und gilt direkt in allen EU-Mitgliedstaaten, ohne Umsetzungsakt im nationalen Recht. Die Anwendung erfolgt stufenweise. Die fuer Unternehmen wichtigste fruehe Bestimmung ist Artikel 4.
Artikel 4 verpflichtet seit dem 2. Februar 2025 jeden Anbieter und Betreiber (Provider und Deployer) von KI-Systemen dazu, sicherzustellen, dass das eingesetzte Personal ueber ausreichende KI-Kompetenz verfuegt. Die Pflicht ist seit ueber einem Jahr wirksam. Wer noch nicht geschult hat, hat formal bereits einen Verstoss begangen. Sanktionen werden ab 02.08.2026 vollstaendig durchsetzbar.
Der Originaltext aus Artikel 4: "Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Massnahmen, um nach besten Kraeften sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, ueber ein ausreichendes Mass an KI-Kompetenz verfuegen, wobei ihre technischen Kenntnisse, ihre Erfahrung, ihre Ausbildung und Schulung und der Kontext, in dem die KI-Systeme eingesetzt werden sollen, sowie die Personen oder Personengruppen, bei denen die KI-Systeme eingesetzt werden sollen, zu beruecksichtigen sind."
Was das praktisch heisst: Die Pflicht ist offen formuliert ("nach besten Kraeften", "ausreichendes Mass"). Der Gesetzgeber gibt keinen festen Stundensatz, kein Pflichtzertifikat und keinen einheitlichen Lehrplan vor. Das ist Chance und Risiko zugleich. Chance: Sie koennen die Schulung auf Ihre Tools und Use Cases zuschneiden. Risiko: Im Streitfall muessen Sie nachweisen, dass das Mass "ausreichend" war. Ohne Dokumentation und ohne strukturierten Lehrplan wird das schwer.
Wer ist von der Schulungspflicht betroffen?
Die KI-Verordnung unterscheidet zwei Rollen, die beide unter die Schulungspflicht fallen.
Konkret heisst das: Sobald ein Mitarbeiter ChatGPT, DeepL oder vergleichbare KI-Tools beruflich nutzt, ist Ihr Unternehmen schulungspflichtig. Der Schwellenwert ist: ein Mitarbeiter, ein Tool, eine berufliche Nutzung. Die Verordnung kennt keine Bagatellgrenze.
Wer noch keine interne KI-Bestandsaufnahme gemacht hat, sollte das jetzt nachholen. Erste Frage: Wer im Team nutzt welches Tool fuer was? Erfahrungsgemaess unterschaetzen Geschaeftsleitungen die Verbreitung um den Faktor zwei bis drei. Marketing nutzt ChatGPT, HR nutzt DeepL, Vertrieb nutzt Gemini, IT testet Copilot. Die Pflicht trifft alle.
Verschicken Sie einen anonymen 5-Minuten-Fragebogen an alle Mitarbeiter: "Welche KI-Tools nutzen Sie im Beruf? Wofuer? Wie oft pro Woche?" Das Ergebnis ist meist ueberraschend. Dieses Inventar ist die Basis fuer Ihre interne KI-Richtlinie und fuer die Schulungsplanung. Ohne diesen Schritt schulen Sie ins Blaue.
Bussgelder nach Art. 99 im Detail
Die Sanktionen sind in Artikel 99 der KI-Verordnung geregelt und gestaffelt nach Art des Verstosses. Die maximalen Bussgelder zaehlen zu den hoechsten im EU-Recht und uebertreffen sogar die DSGVO-Grenzen.
Fuer Verstoesse gegen die Schulungspflicht gilt die mittlere Stufe: bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschaeftsjahres, je nachdem welcher Betrag hoeher ist. Fuer KMU und Start-ups gilt zwar laut Art. 99 Abs. 6 ein "verhaeltnismaessiger" Massstab und es kommt der jeweils niedrigere Betrag zur Anwendung, aber die absolute Hoehe bleibt ein erhebliches Risiko.
Wichtig: Die nationalen Aufsichtsbehoerden werden in Deutschland gerade aufgebaut. Federfuehrend wird voraussichtlich die Bundesnetzagentur (BNetzA) als zentrale Marktueberwachungsbehoerde, gemeinsam mit den Datenschutzbehoerden der Laender. Bis 02.08.2026 muss jeder Mitgliedstaat seine zustaendige Behoerde benannt haben. Erst dann sind koordinierte Pruefungen vollumfaenglich moeglich.
Selbst wenn das Bussgeld unwahrscheinlich erscheint: Die fehlende Schulung bedeutet auch zivilrechtliche Haftung bei Schaeden durch fehlerhafte KI-Nutzung (z.B. falsche Empfehlung an Kunden, Datenschutzverstoss durch Mitarbeiter), Reputationsrisiko bei Audits durch Kunden und Geschaeftspartner, sowie wachsende Anforderungen von Cyber-Versicherern. Wer Schulungsnachweise nicht vorlegen kann, riskiert Versicherungslueke.
Was muss eine Schulung inhaltlich abdecken?
Die Verordnung gibt keinen verbindlichen Lehrplan vor. Aus Artikel 4 in Verbindung mit Erwaegungsgrund 20 und der Praxis der KI-Aufsicht leiten sich aber Mindestinhalte ab. Eine Schulung gilt als "ausreichend", wenn sie diese sechs Bloecke abdeckt:
| Pflicht-Inhalt | Tiefe Allgemein-MA | Tiefe IT/Compliance | Beleg im Audit |
|---|---|---|---|
| Grundlagen KI / LLM | 30 Min | 2 Stunden | Folien + Quiz |
| Risiken (Halluzinationen, Bias) | 20 Min | 1 Stunde | Folien + Beispiele |
| Interne KI-Richtlinie | 15 Min | 1 Stunde | Richtlinien-PDF + Quittung |
| Datenschutz / DSGVO | 30 Min | 2 Stunden | Schulungsvideo + Test |
| Hochrisiko-KI erkennen | 15 Min | 2 Stunden | Klassifizierungs-Liste |
| Haftung und Pflichten | 10 Min | 1 Stunde | Mitarbeiter-Quittung |
Die Schulung muss rollengerecht sein. Das bedeutet konkret: Die Marketing-Mitarbeiterin, die ChatGPT fuer Texte nutzt, braucht andere Inhalte als der IT-Architekt, der einen KI-Chatbot ins CRM integriert. Eine pauschale Einheits-Schulung fuer alle ist im Streitfall angreifbar. Bessere Praxis: ein gemeinsamer Basis-Block (45 bis 90 Minuten fuer alle) plus rollenspezifische Vertiefung fuer kritische Funktionen wie HR, IT, Legal, Geschaeftsleitung.
Fuer Hochrisiko-KI-Anwendungen (z.B. KI in der Personalauswahl, Bewertung von Kreditwuerdigkeit, Bildung) gelten zusaetzlich die strengeren Anforderungen aus Kapitel III der Verordnung: dokumentierte Konformitaetsbewertung, Risikomanagement, technische Dokumentation, menschliche Aufsicht. Die Schulung der damit befassten Mitarbeiter muss die Hochrisiko-Pflichten explizit abdecken.
Anbieter-Vergleich: 4 Schulungs-Anbieter im Test
Wir haben vier marktrelevante Anbieter fuer EU AI Act Mitarbeiter-Schulungen verglichen: Haufe Akademie als grosser Compliance-Allrounder, AKAD als guenstige Online-Hochschule, SVG-Akademie als Branchenanbieter mit Logistik-Fokus, und Cyber Samurai als IT-Security-naher Anbieter. Bewertungskriterien: Preis, Zertifikat, Dauer, Online-Verfuegbarkeit, KMU-Tauglichkeit, Kunden-Reputation.
Der grosse Allrounder fuer Compliance-Schulungen in Deutschland. Mehrere Kursformate fuer EU AI Act: Tages-Webinar fuer Fuehrungskraefte (690 EUR), 2-Tages-Intensiv fuer Compliance-Beauftragte (1.490 EUR), Inhouse-Schulungen ab 5.000 EUR pro Tag. Zertifikate sind bei Behoerden und Versicherern anerkannt.
Akademie der Strassenverkehrs-Genossenschaften, urspruenglich fuer Logistik und Spedition, mittlerweile mit breitem Compliance-Programm. Die EU AI Act Online-Schulung deckt die Mindestpflichten ab und kostet rund 149 EUR pro Teilnehmer. Praesenz- und Inhouse-Optionen verfuegbar.
Private Fernhochschule mit AI-Compliance-Programm. Der Mini-Zertifikatskurs "EU AI Act fuer Mitarbeiter" laeuft komplett online, dauert circa 6 bis 8 Stunden Selbstlernzeit und schliesst mit einem Hochschulzertifikat ab. Die Module sind 90 Tage zugaenglich, das Zertifikat hat eine bessere Aussenwirkung als reine Anbieter-Zertifikate.
IT-Security-Schulungsanbieter aus Deutschland mit zunehmender KI-Compliance-Schiene. Bietet primaer Inhouse-Tagesschulungen mit Schwerpunkt auf der Schnittstelle IT-Security und KI-Compliance. Geeignet fuer Unternehmen, die KI-Schulung mit IT-Security-Awareness koppeln wollen.
Direktvergleich: AKAD vs. SVG-Akademie
Fuer KMU sind AKAD und SVG-Akademie die naheliegendsten Optionen. Beide liegen unter 200 EUR pro Person, beide sind online, beide stellen Zertifikat aus. Der Unterschied liegt im Profil:
Wer bei der Schulung primaer Compliance-Nachweis und niedrigste Kosten will, nimmt AKAD. Wer in Logistik oder Spedition arbeitet und branchennahe Beispiele schaetzt, nimmt SVG. Beide reichen fuer den Pflichtnachweis aus.
Buchen Sie bei AKAD oder SVG eine Sammelbestellung ab 5 Personen. Die meisten Anbieter geben dann 10 bis 20 Prozent Rabatt. Zusaetzlich pruefen: Foerderung ueber den ESF Plus oder den Qualifizierungsbonus der Bundesagentur fuer Arbeit kann je nach Bundesland und Branche bis zu 50 Prozent der Kosten erstatten.
Was kostet eine EU AI Act Schulung wirklich?
Die Preisspanne ist gross. Wir haben Marktdaten aus April 2026 zusammengefasst:
| Format | Anbieter (Beispiele) | Preis pro Person | Geeignet fuer |
|---|---|---|---|
| Online-Selbstlernkurs | AKAD, SVG-Akademie | 99-199 EUR | Alle Allgemein-Mitarbeiter |
| Live-Webinar (1 Tag) | Haufe Akademie, IHK | 490-790 EUR | Compliance-Beauftragte |
| Praesenz-Seminar (2 Tage) | Haufe Akademie, AKAD Pro | 1.290-1.890 EUR | IT-Leiter, Datenschutz-Beauftragte |
| Inhouse-Schulung (1 Tag) | Cyber Samurai, Haufe | 1.200-5.000 EUR pauschal | Teams ab 8 Personen |
| Compliance-Komplettpaket | Spezialberater + Anwalt | 5.000-25.000 EUR | Hochrisiko-KI-Anwender |
Fuer die Mehrheit der KMU reicht der Online-Selbstlernkurs. Bei 20 Mitarbeitern und 99 EUR pro Person ergibt sich ein Gesamtbudget von 1.980 EUR. Damit ist der Pflichtnachweis erbracht. Wenn Sie zusaetzlich eine interne KI-Richtlinie haben, die ein bis zwei Stunden Anwalts- oder Berater-Zeit erfordert (rund 200 bis 400 EUR), liegt das Gesamtinvestment bei rund 2.500 EUR fuer ein 20-Personen-Unternehmen.
7 Schritte zur EU AI Act Compliance
Ein strukturierter Fahrplan, mit dem Sie die Schulungspflicht und die zugehoerige Doku in wenigen Wochen rechtssicher erledigen.
Welche KI-Tools werden im Unternehmen genutzt? Wer nutzt was, wofuer? Anonymer Fragebogen oder Workshop. Resultat: Liste aller Tools mit Verantwortlichen.
Pruefen, ob darunter Hochrisiko-KI nach Anhang III ist (z.B. KI in HR fuer Bewerber-Screening). Falls ja, gelten zusaetzliche Pflichten aus Kapitel III der Verordnung.
Was ist erlaubt, was nicht? Welche Daten duerfen nicht in Cloud-KI? Wer ist KI-Verantwortlicher? IHK und eRecht24 bieten Mustertexte. Geschaeftsleitung unterzeichnet, alle Mitarbeiter quittieren.
Fuer Allgemein-Mitarbeiter: AKAD oder SVG. Fuer Compliance/IT: Haufe oder Cyber Samurai. Fuer Hochrisiko-KI: zusaetzlich Anwalt mit IT-Recht-Schwerpunkt.
Alle KI-nutzenden Mitarbeiter durchgehen. Lernerfolgskontrolle (Quiz oder Test) verpflichtend. Teilnahmequittung mit Datum unterschreiben lassen.
Compliance-Akte mit: Bestandsaufnahme, Richtlinie, Teilnehmerlisten, Schulungsinhalte, Zertifikate, Quittungen. Aufbewahrung mindestens 5 Jahre, idealerweise 10.
KI-Tools aendern sich schnell. Mindestens jaehrliche Auffrischung, bei neuen Tools sofortige Nachschulung. Termin im Compliance-Kalender fest verankern.
Reihenfolge ist wichtig: Erst die KI-Richtlinie verfassen, dann schulen. Die Schulung sollte sich auf die hauseigene Richtlinie beziehen, sonst bleibt das Wissen abstrakt. Eine fertige Richtlinie laesst sich in 2 bis 4 Stunden aus IHK-Mustern adaptieren.
Dokumentation: Was Sie nachweisen muessen
Im Audit oder im Streitfall pruefen Behoerden vier Aspekte. Wenn Ihr Compliance-Ordner diese vier Punkte enthaelt, sind Sie auf der sicheren Seite.
- KI-Bestandsaufnahme (Liste aller eingesetzten Tools mit Verantwortlichen)
- Interne KI-Richtlinie (von Geschaeftsleitung unterzeichnet, datiert)
- Schulungsplan und Lehrplan (welche Inhalte, welche Tiefe pro Rolle)
- Teilnehmerlisten mit Datum, Namen, Unterschrift
- Schulungszertifikate aller Mitarbeiter
- Lernerfolgskontrolle (Quiz, Test, Bewertung)
- Mitarbeiter-Quittungen ueber Erhalt der KI-Richtlinie
- Wiederholungsplan (Termin der naechsten Schulung)
- Dokumentation der Hochrisiko-KI-Klassifizierung (falls relevant)
- Benannter KI-Verantwortlicher im Unternehmen
Die Aufbewahrungsfrist ist nicht direkt geregelt, aber aus Analogie zur DSGVO und zum Steuerrecht empfehlen wir mindestens 5 Jahre, idealerweise 10 Jahre. Digitale Ablage ist ausreichend, wenn die Authentizitaet nachweisbar ist (z.B. PDF mit Hash, Versionierung).
Viele KMU buchen einen externen Kurs und denken, damit sei die Pflicht erfuellt. Das ist nur die halbe Miete. Ohne interne KI-Richtlinie und ohne Bestandsaufnahme fehlt der Bezug zum eigenen Unternehmen. Im Audit wird gefragt: "Wo steht, was bei Ihnen erlaubt ist?" Wer das nicht beantworten kann, hat trotz Zertifikat kein vollstaendiges Compliance-Geruest.
Welcher Anbieter passt zu welchem Unternehmen?
Die Entscheidung haengt von drei Faktoren ab: Unternehmensgroesse, Risikoprofil der KI-Nutzung, und Branche.
- Sie ein KMU mit 5 bis 50 Mitarbeitern sind
- Ihre KI-Nutzung sich auf Standard-Tools beschraenkt (ChatGPT, M365 Copilot, DeepL)
- Sie keine Hochrisiko-KI nach Anhang III einsetzen
- Sie Online-Selbstlernen bevorzugen und Budget unter 200 EUR pro Person halten wollen
- Sie in regulierter Branche taetig sind (Finanzen, Healthcare, Personalvermittlung)
- Sie Hochrisiko-KI einsetzen oder entwickeln
- Sie mehr als 50 Mitarbeiter mit unterschiedlichen KI-Rollen haben
- Sie Inhouse-Schulung mit Live-Trainer bevorzugen
Wer noch unsicher ist, sollte mit dem AKAD Mini-Kurs starten und parallel ueber den DSGVO-Check die eingesetzten Tools verifizieren. Falls dabei rote Flaggen auftauchen (z.B. Tools ohne AVV), erst die Tool-Auswahl bereinigen, dann den Hauptkurs buchen. Mehr dazu in unserem DSGVO-Ratgeber fuer KI-Tools.
Im KMU-Segment zwischen 5 und 50 Mitarbeitern fuehrt AKAD knapp vor SVG. Haufe und Cyber Samurai haben ihre Staerke in groesseren Strukturen oder bei spezifischen Risikoprofilen.
Haeufige Fragen
Wer muss seine Mitarbeiter nach EU AI Act schulen?+
Jedes Unternehmen, das KI-Systeme entwickelt (Provider) oder einsetzt (Deployer), unabhaengig von Groesse oder Branche. In der Praxis trifft das auf nahezu jedes Unternehmen zu, das ChatGPT, Microsoft 365 Copilot, DeepL, Gemini oder vergleichbare Tools im Arbeitsalltag nutzt. Die Pflicht ergibt sich aus Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689 und gilt seit dem 2. Februar 2025.
Seit wann gilt die KI-Schulungspflicht?+
Die Schulungspflicht nach Artikel 4 der KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025. Sie war in der Verordnung (EU) 2024/1689 vom 13. Juni 2024 die erste anwendbare Bestimmung. Wer noch nicht geschult hat, ist seit ueber einem Jahr im Verzug. Bussgelder werden ab dem 2. August 2026 vollstaendig durchsetzbar.
Wie hoch sind die Bussgelder bei Verstoessen?+
Artikel 99 der KI-Verordnung sieht abgestufte Sanktionen vor. Fuer Verstoesse gegen verbotene KI-Praktiken bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Fuer sonstige Verstoesse, einschliesslich der Schulungspflicht, bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des Umsatzes. Fuer falsche Angaben gegenueber Behoerden bis zu 7,5 Millionen Euro oder 1 Prozent. Es gilt jeweils der hoehere Betrag.
Was muss eine EU AI Act Schulung inhaltlich abdecken?+
Eine angemessene Schulung deckt mindestens diese Punkte ab: Grundlagen der eingesetzten KI-Systeme und ihre Funktionsweise, Chancen und Risiken (Halluzinationen, Bias, Datenschutz), interne KI-Richtlinie des Unternehmens (welche Tools, welche Daten, welche Use Cases), DSGVO und Datenschutz im KI-Kontext, Pflichten und Haftung der Mitarbeiter, Erkennen von Hochrisiko-Anwendungen. Die Tiefe richtet sich nach Rolle und Risikoprofil der Mitarbeiter.
Wie kann ich die Schulung dokumentieren?+
Die KI-Verordnung verlangt Nachweisbarkeit der KI-Kompetenz. Bewaehrte Praxis: Teilnehmerlisten mit Datum und Name, Schulungsinhalte und Dauer dokumentieren, Lernerfolgskontrolle durch Test oder Quiz, Zertifikate ausstellen, Wiederholung jaehrlich. Anbieter wie Haufe Akademie, AKAD und SVG-Akademie liefern Zertifikate automatisch mit. Die Dokumentation gehoert in die KI-Compliance-Akte des Unternehmens.
Was kostet eine EU AI Act Schulung pro Mitarbeiter?+
Online-Selbstlernkurse starten bei rund 99 Euro pro Person (z.B. AKAD Mini-Zertifikatskurs, SVG Akademie Online-Schulung). Live-Webinare mit Trainer kosten 200 bis 500 Euro pro Teilnehmer (Haufe Akademie, IHK). Inhouse-Schulungen liegen je nach Anbieter und Tiefe zwischen 1.500 und 5.000 Euro pro Tag. Fuer KMU mit 20 Mitarbeitern sind 2.000 bis 4.000 Euro Gesamtkosten realistisch.
Reicht ein einmaliges YouTube-Video als Schulung?+
Nein. Die Verordnung verlangt 'angemessene' KI-Kompetenz, was bedeutet: nachweisbar, rollengerecht und aktuell. Ein YouTube-Video ohne Lernerfolgskontrolle, ohne Bezug zur internen KI-Richtlinie und ohne Dokumentation reicht im Streitfall vor Behoerden oder Gerichten nicht. Mindeststandard sind strukturierte Inhalte, Teilnahmenachweis und ein Verstaendnistest.
Was passiert wenn ich nicht schule?+
Drei Risiko-Ebenen: 1. Bussgelder ab 02.08.2026 vollstaendig durchsetzbar, bis 15 Mio Euro oder 3 Prozent des Umsatzes. 2. Haftungsrisiko bei Schaeden durch fehlerhafte KI-Nutzung (z.B. falsche Kundenmail, DSGVO-Verstoss). 3. Reputations- und Versicherungsrisiko: Cyber-Versicherer fragen KI-Compliance zunehmend bei der Pruefung ab. Wer keinen Schulungsnachweis hat, riskiert Pflichtverletzung.
Welcher Anbieter ist der beste fuer kleine Unternehmen?+
Fuer KMU mit 5 bis 30 Mitarbeitern empfehlen wir den AKAD Mini-Zertifikatskurs (99 Euro pro Person, online, mit Hochschul-Zertifikat) oder die SVG-Akademie Online-Schulung (rund 149 Euro, branchennah fuer Logistik und Spedition). Beide kombinieren Selbstlernen mit Zertifikat und sind ohne Live-Termine machbar. Fuer Unternehmen mit hoeheren Compliance-Anforderungen lohnt die Haufe Akademie.
Gibt es eine kostenlose Alternative?+
Bedingt ja. Die EU-Kommission hat ueber das AI Office einen 'EU AI Act Code of Practice' veroeffentlicht, IHKs bieten regional kostenlose Webinare, das BSI hat KI-Sicherheitsleitfaeden publiziert. Fuer den Pflichtnachweis allein reichen diese Ressourcen aber selten, weil Lernerfolgskontrolle, Zertifikat und Dokumentation oft fehlen. Empfehlung: kostenlose Quellen als Vorbereitung, dann ein zertifizierter Kurs.
Fazit und klare Empfehlung
Unsere Empfehlung in einem Satz
Buchen Sie den AKAD Mini-Zertifikatskurs (99 EUR pro Person) fuer alle Allgemein-Mitarbeiter, ergaenzen Sie ihn um eine zwei-stuendige Inhouse-Vertiefung zur eigenen KI-Richtlinie, und legen Sie die Doku in einer Compliance-Akte ab. Damit erfuellen Sie die Pflicht aus Art. 4 der Verordnung (EU) 2024/1689, sind vor Bussgeldern ab 02.08.2026 geschuetzt und bleiben unter 3.000 EUR Gesamtbudget bei 20 Mitarbeitern.
Wer in regulierter Branche arbeitet (Finanzen, Healthcare, HR mit KI-Bewerber-Screening), nimmt zusaetzlich die Haufe Akademie fuer die Compliance-Beauftragten und holt sich juristischen Beistand fuer die Hochrisiko-KI-Klassifizierung.
Was Sie nicht tun duerfen: Abwarten. Die Pflicht laeuft seit 02.02.2025. Jeder weitere Monat erhoeht das Haftungsrisiko und die Wahrscheinlichkeit, im ersten Audit-Welle nach 02.08.2026 aufzufallen.
Weiterfuehrend in unserem Verzeichnis: KI fuer Unternehmen 2026 (10 Tools im Test), DSGVO-konforme KI-Tools, Kostenloser DSGVO-Check. Auf diesen Seiten finden Sie die passende Tool-Auswahl fuer Ihren Schulungsbedarf, geprueft auf AVV, EU-Server und Trainings-Datennutzung.
Quellen und Aktualitaet: Verordnung (EU) 2024/1689 vom 13. Juni 2024 (Amtsblatt EU L vom 12.07.2024); Artikel 4 (KI-Kompetenz); Artikel 99 (Sanktionen). Anbieter-Preise direkt bei Haufe Akademie, AKAD University, SVG-Akademie und Cyber Samurai recherchiert. Stand: April 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Fuer hochrisikobehaftete KI-Systeme oder spezifische Branchen-Compliance konsultieren Sie einen Fachanwalt fuer IT-Recht.